05.06.2020

Pearl Jam

Pearl Jam

Gigaton

Monkeywrench, Republic Records, UMG Recordings (2020, CD, LP, digital)

Pearl Jam hat sich nach sieben Jahren mit einer neuen Platte zurückgemeldet. „Gigaton“ heißt ihr elftes Studioalbum, das von der Band selbst und Josh Evans produziert wurde. Die zwölf recht abwechslungsreich klingenden Songs, sind natürlich insgesamt nicht so grunge-lastig und wild wie früher, müssen sie aber auch nicht. Wichtiger ist, was die Band inhaltlich zu sagen hat.

Mit dem tanzbaren, von „New-Wave-angehauchten „Dance Of The Clairvoyants“ überzeugt Pearl Jam in der ersten Hälfte des Albums mit überwiegend interessanten und starken Songs, die man sich auch gerne erneut anhören kann. Gegen Ende schwächt die Euphorie dann leider etwas ab. Der Closer „River Cross“ löst sicher nicht das gewünschte Gefühl aus, sich die fast sechs-minütige, schleichende Nummer gleich nochmal zu geben.

Inhaltlich wird Sänger Eddie Vedder in dem Lied Kritik an seiner Regierung los: „While the government thrives on discontent“. Eine entscheidende Rolle spielt auch die Thematisierung des Klimawandels auf dem dem Album. Das Cover-Foto von National-Geographic-Fotografund Meeresbiologe Paul Nicklen von gigantischen, schmelzenden Eisbergen gilt als Verbildlichung und plakatiert das, was teils nur zwischen den Zeilen deutlich wird. „When the past is the present And the future's no more“ und „Not one man can be greater than the sun“, singt Vedder zum Beispiel in „Dance Of The Clairvoyants“ – ein Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump? Der Opener „Who Ever Said“ ist zwar musikalisch nicht großartig aufregend, wird aber als Musikvideo mit starken Landschaftbildern visualisiert und hält textlich eindrucksvolle Zeilen wie „Living forward in a backwards town“ bereit.

Obwohl das neue Pearl-Jam-Werk hörenswert ist, haut es einen leider nicht so aus den Puschen, dass man nach dem letzten erklungenen Ton super motiviert ist, aufzustehen und die Welt zu retten. Das mag daran liegen, dass die Klimaschutz-Message ohne Hintergrundinfos oder intensiver Auseinandersetzung mit den Lyrics nicht unbedingt offensichtlich ist.

Lisa Eimermacher
(7 / 10 Pkt.)

Mehr: www.pearljam.com

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