02.03.2020

The Deadnotes

The Deadnotes

Courage

22Lives Records (2020, CD, LP, digital)

„Courage“ ist der verheißungsvolle Name des zweiten Albums von The Deadnotes aus Freiburg im Breisgau. Und davon handelt die Platte auch: Mut in all seinen Facetten. “Ich konnte dank der Band mit den unterschiedlichsten Menschen fast überall auf der Welt sprechen und lernte so viel darüber, was sie bewegt und wovor sie Angst haben“, sagt Sänger Darius Lohmüller. Sich seinen Ängsten zu stellen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sich seine Fehler eingestehen, ist mutig. Genau das hat Darius getan. Diesen inneren Antrieb transportiert auch das Album „Courage“.

Darius Lohmüller (Gesang, Gitarre), Yannic Arens (Drums), Jakob Walheim (Gesang Bass) sind gerade mal 23 Jahre alt, machen aber schon seit 9 Jahren zusammen Musik, was man ihrem zweiten Album auch anhört. Mit Pop-Punk-Einflüssen spielen sie überzeugenden Alternative-Rock, der seine musikalischen Vorbilder erahnen lässt. The Deadnotes kann man aber unterstellen, dass sie ihren ganz eigenen Sound gefunden haben und den präsentieren sie mit Souveränität und Spielfreude, wie sie zum Beispiel auf „Never Perfect“ zu hören ist.

Wiedererkennungswert hat vor allem Darius' Stimme, die vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber den Ton trifft. Vor allem das Songwriting seiner Texte klingt ausgereift. Aufgenommen haben sie das Album mit Bob Cooper in Leeds in England. Zwischen eigenen Headline-Shows in Europa und Support für Foxing und Adam Angst sind sie zu insgesamt drei Sessions nach Leeds ins Studio zurückgekehrt.

Besonders ansprechende Instrumentalisierung findet man auf „Failsafe“, der von jugendlichem Leichtsinn handelt, wenn man sich unverwundbar fühlt und nachts in Badeanstalten einbricht. Nächte, die man nicht vergisst. Die erste Zeile „I am too young to know what life means“ dürfte jedem, der mal jung war, bekannt vorkommen.

„I Must Have Been Blind“ ist ein ruhiger, schöner Song, der vor allem vom Zusammenspiel von Akustik- und E-Gitarre lebt. Wie ein Lichtschimmer in der dunkelsten Zeit ist der starke Satz „It's the little things that cheer me on and bring me back to life“.

Der Chorus „I feel nothing“ von „Fickle Fake Friend“ eignet sich nicht nur zum Mitsingen bei Live-Shows, sondern auch im heimischen Wohnzimmer. Es geht um falsche und echte Freundschaft.

Das Thema Mental Health liegt der Band besonders am Herzen. Aus diesem Grund widmen sie dem Thema auch einige Songs wie „Never Perfect“ oder „Get Lost Get Found“. Letzterer hat mit dem langsamen Tempo, Echo und der gesamten Komposition Gänsehautpotenzial. Das Album schließen The Deadnotes mit „Hopeless Romantic“ so kraftvoll wie sie es eingeleitet haben.

Lisa Eimermacher
(8 / 10 Pkt.)

Mehr: www.thedeadnotesofficial.com