13.02.2020

Nada Surf

Nada Surf

Never Not Together

City Slang (2020, CD, LP, digital)

Schon bei den ersten Klängen des aktuellen, siebten Studioalbums von Nada Surf breitet sich ein wohliges Gefühl der Wärme und Geborgenheit aus. „Never Not Together“ ist der Titel des neuen Albums der Alternative-/Indie-Rock-Power-Pop-Band aus New York. Wenn dann der Chorus mit dem luftig-leichten Klavier im Hintergrund eintritt, kommt die Hoffnung auf, dass der Platte noch mehr von diesem Gefühl zu entlocken sein wird.

Diese Hoffnung wird zum Glück nicht enttäuscht. „Never Not Together“ ist ein angenehmer 42-minütiger Hörgenuss zum verträumten Kopfnicken und gedankenverlorenem Taktklopfen mit dem Fuß. Aus dem Album wird bestimmt der ein oder andere Song seinen Weg in die Playlist aus neuentdeckten Fan-Lieblingen finden.

„Never Not Together“ beschäftigt sich mit dem Erwachsensein, dem Akzeptieren von Fehlern („So Much Love“), dem Als-Mensch-Wachsen und den Weisheiten über das Leben („Live Learn and Forget“), die damit einhergehen. „I don't feel grown up, maybe nobody did“ - Zeilen aus „Come Get Me“, dem zweiten von insgesamt neun Tracks.

Die schmeichelnde Stimme von Sänger Matthew Caws und geschmackvolle Instrumentalisierung unterstützen das sorgfältige Songwriting. Jeder Song könnte der Soundtrack zu einem romantischen Coming-Of-Age-Indiefilm sein. Vorbeiziehende Wolken an blauem Himmel, nackte Füße auf einer Wiese, verwischtes Gestrüpp durch staubige Zugfenster, eine Liebe, die vielleicht in einem anderen Leben Bestand hätte.

Besonders schön und eingängig ist „Just Wait“. Matthew Caws singt davon, wie lohnend Geduldigkeit sein kann, während Cello, Akustikgitarre, Bass und Synthies den Gesang ergänzen. Ein Song, der einem beruhigend den Arm und die Schulter legt und sagt, dass trotz der überwältigend vielen Möglichkeiten alles gut wird und genügend Zeit ist, um das Leben auszukosten.

„Something I Should Do“ nimmt im Vergleich zum Rest des Albums ziemlich an Fahrt auf. Als Besonderheiten stechen die verzerrten Synthies und der Sprechgesang heraus, der wie ein innerer Monolog oder Bewusstseinsstrom aufgebaut ist, ähnlich wie in „Popular“ von 1996. „I was asked to write a song about social media, but I didn't want to“, äußert der Sänger und denkt laut über Selbstkritik und Empathie nach. „We're crazy, but also we're not crazy, we're complicated, we want things to be simple“, spricht er beinahe monoton und in schnellem Tempo und erwähnt zu guter letzt den Albumtitel.

Stellenweise hätte manchen Liedern wie „Looking For You“ auch ein wenig Abwechslung gut getan. Der sechsminütige Song „Mathilda“ hingegen könnte mit seinen Veränderungen auch vermuten lassen, drei Songs zu sein, was die Sache interessant macht.

„Never Not Together“ ist absolut hörenswert und für Fans ein Muss.

Lisa Eimermacher
(8 / 10 Pkt.)

Mehr: www.nadasurf.com