13.02.2020

Hollywood Undead

Hollywood Undead

New Empire, Vol. 1

BMG (2020, CD, digital)

Hollywood Undead stammen aus Los Angeles und sind seit 2005 mit einer musikalischen Mischung aus Metal, Rock, Hip-Hop und elektronischen Elementen unterwegs. Mit ihrem Debütalbum „Swan Songs“ erreichten sie in ihrem Heimatland auf Anhieb Platinstatus und konnten sich sofort als eine feste Größe in der Szene etablieren. Der große Mainstream Erfolg lies auch nicht lange auf sich warten. Der Nachfolger „American Tragedy“ schaffte es bis auf Platz 4 in den Billboard Top 200-Charts.

Und auch hierzulande sind Hollywood Undead kein Geheimtipp mehr. Spätestens seit ihrem Album „Five“, das bis auf Rang 24 der deutschen Albumcharts kletterte, haben Hollywood Undead einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Durch anstehende Tour mit Papa Roach und das neue Album „New Empire, Vol. 1“ wollen sie noch mehr Fans gewinnen.

Den Titel „New Empire, Vol. 1“ hat die Band um den Sänger und Bassisten Johnny 3 Tears ganz bewusst gewählt, wie er in der offiziellen Pressemitteilung zum Album verrät: „Mit diesem Album versuchen wir, Hollywood Undead ganz neu zu definieren. Es geht nicht nur darum, einen neuen Sound für diese Platte zu finden, sondern für die gesamte Band. Das Ziel war von Beginn an, Musik zu komponieren, die sich einerseits von unseren vorherigen Alben abhebt, die auf der anderen Seite aber auch nahtlos an das anschließen sollte, was wir bisher gemacht haben. Wir bauen auf dem Alten auf, um einen völlig neuen Sound zu erschaffen. Ein `New Empire`, sozusagen“. Ob ihnen dieser Spagat gelungen ist möchte ich in der folgenden Kritik genauer beleuchten.

Das Album startet mit dem Song „Time Bomb“. Dieser ist eine Mischung aus harten Gitarren und elektronischen Elementen, die mit Rap in den Versen und einem poppigen Refrain gepaart wird. Das Besondere ist, dass jeder der fünf Mitglieder am Gesang beziehungsweise Rap beteiligt sind. Insgesamt kann der Song überzeugen und eignet sich auch gut als Song fürs Rock-Radio.

Ein weiterer Titel, der sich dem Mainstream annähert, ist „Already Dead“. Der sehr melodiöse Song, mit teilweise sphärischen Klängen, lehnt sich stark an den Nu Metal der frühen 2000ern an und erinnert ein wenig an Bands wie Linkin Park. Ähnlich gestaltet ist auch „Upside Down” bei dem sich Hollywood Undead den Sleeping with Sirens Sänger Kellin Quinn mit ins Boot geholt haben. Er verleiht dem Song eine sehr melodiöse Note.

Mit dem Good Charlotte Sänger Benji Madden haben Hollywood Undead einen weiteren Gastmusiker eingeladen, der den Song „Second Chances“ mitgestaltet. Trotz der prominenten Unterstützung kann er allerdings nicht so ganz überzeugen. Der rockige Song, der erst gegen Ende eine härtere Gangart einschlägt, plätschert ein bisschen vor sich hin und bleibt nicht im Gedächtnis. Für mich ist er einer der schwächeren Titel der Platte.

Doch insgesamt kann das neue Album überzeugen. Gerade die von Hollywood Undead angesprochene Neuausrichtung ist meines Erachtens gelungen. „New Empire, Vol. 1“ wirkt wie aus einem Guss und setzt sich damit von ihrem Vorgängeralbum „Five“ ab. Dieses enthielt viele verschiedene Songs aus Musikrichtungen wie zum Beispiel Metal, Hip-Hop, Rock und Electro, die allesamt einzeln im Raum standen.

Bei „New Empire, Vol. 1“ ist es Hollywood Undead gelungen alle diese Genres zu einem einzigen Bandsound werden zu lassen. Die einzige Ausnahme bildet „Killin' It“, der ganz ohne harte Gitarren auskommt und vielmehr ein düstererer, aggressiver Hip-Hop Track mit elektronischen Elementen ist.

Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr: www.hollywoodundead.com