16.12.2019

Lionheart

Lionheart

Valley Of Death

Arising Empire/ Warner (2019, CD, LP)

Die musikalische Reise der kalifornischen Hardcore-Band ging 2007 mit ihrem Debütalbum „The Will To Survive“ los. Schnell konnten sie sich mit ihrer Musik, die durch Bands wie Blood For Blood, Hatebreed und Madball inspiriert wurde, einen Namen in der Szene machen. Danach veröffentlichten sie fünf weitere Alben, von denen ihr 2014 erschienenes „Welcome to the West“ als Wendepunkt in ihrer Bandgeschichte gilt. Es belegte damals sowohl in den iTunes, als auch den Google Metal Charts den ersten Rang und legte somit den Grundstein für die folgende erfolgreiche Karriere der Band. Ihr aktuelles Album „Valley Of Death“ soll daher den Vorgängern in nichts nachstehen.

Mit dem Titelsong „Valley Of Death“ geht das Album musikalisch und auch textlich gleich zur Sache. In dem kurzen Song singt Rob Watson von seinen Depressionen und wie diese ihn durch ein „Tal des Todes" führten. Musikalisch wird der Titel von harten Gitarren, Drums und einer sphärischen Soundfläche dominiert. Er bildet einen perfekten Start in die restliche Platte und zeigt sofort wo die Reise textlich und musikalisch hingehen soll.

Denn auch im folgenden Song „Burn“ geht es darum, wie schwer es sein kann ein normales Leben zu führen. Besonders die Zeile „Scratching at the surface, I just wanna Rest in Peace“ steht im Fokus des Titels, der musikalisch ein bisschen nach Slipknot klingt.

Ein besonderer Song, der textlich in eine andere Richtung geht, ist „For the Record“. Hier singt Watson über die Kritiken, die er für seine Texte bekommt und, dass er es mag über Leid und Qualen zu schreiben. Gleichzeitig spricht er aber auch über seinen Willen zu überleben und seine innere Stärke, die ihn unter Druck nicht einknicken lässt.

Das Highlight des Albums ist meiner Meinung nach aber „Before I Wake“ bei dem Lionheart mit dem Rapper Mr. Jet Black zusammengearbeitet haben. Durch seine Parts setzt sich der Song ein stückweit von den anderen Titeln ab und bringt noch einmal mehr Abwechslung ins Album.

Generell ist „Valley Of Death“ sehr abwechslungsreich. Auch wenn sich die Songs alle im Bereich des Hardcore und Nu Metal bewegen hat man nie das Gefühl immer wieder die gleichen musikalischen Elemente zu hören. Durch seine kurze Dauer von nur circa 25 Minuten zieht das Album eher wie ein Gewitter an dem Hörer vorbei.

Und auch textlich klingt „Valley Of Death“ keinesfalls so depressiv, wie die von mir vorgestellten Textzeilen vermuten lassen, ganz im Gegenteil. Gepaart mit der Musik regen sie eher dazu an sich seinen angestauten Frust von der Seele zu schreien..

Musikfans, die gerne härtere Töne hören sich aber ansonsten nicht im Bereich des Hardcores bewegen, würde ich trotzdem empfehlen in das „Valley Of Death“ rein zu hören, da es ein guter und abwechslungsreicher Einstieg in die Szene sein kann. Und für Hardcore-Fans ist es sowieso ein Muss.

Stephan Meßmann
(9 / 10 Pkt.)

Mehr: www.lionheartca.com