23.05.2019

The Get Up Kids

The Get Up Kids

Problems

Big Scary Monsters (2019, CD)

Das erste Studioalbum seit acht Jahren der Band, die sich laut eigenen Aussagen nie als Punkrock Band gesehen hat, gleicht einem Roadtrip durch ihre Heimat Kansas City. Geboten wird lupenreiner Indierock mit leichtem Emo-Einschlag. Die erste Single „Satellite“, die unlängst vorab veröffentlicht wurde, gibt einen ersten Eindruck auf das Follow-Up der im letzten Jahr zwischengeschobenen „Kicker“ EP.

Die 1994 gegründete Indie-/ Emo-Rockband The Get Up Kids, dürfte mittlerweile vielen Hörern geläufig sein. Ihrem eigenen Sound treu geblieben sind sie, jedoch sind sie auch deutlich ruhiger geworden, als noch zu „Four Minute Mile“ Zeiten. Allerdings liegen zwischen dem Erstwerk von 1997 und dem aktuellen Werk, welches auf den Namen „Problems“ hört, auch gut 22 Jahre.

Dass eine Band sich in den vielen Jahren nicht nur zwanghaft selbst kopieren muss, sondern sich auch gerne mal weiter entwickeln darf, beweist das auf Big Scary Monsters erscheinende Album. Produziert wurde es von Peter Katis, der 2018 einen Grammy für seine Arbeit am The National Album „Sleep Well Beast“ gewinnen konnte. Die mittlerweile erwachsen gewordenen Get Up Kids befanden sich also in guter Gesellschaft zur Produktion von „Problems“.

Die Texte handeln von lebensverändernden Verlusten, von Einsamkeit und der unvermeidlichen Angst im Jahre 2019 zu leben. „Der Grund warum wir angefangen haben neue Songs zu schreiben, ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass es gerade Dinge in unserem Leben gibt, die uns beschäftigen und wir etwas Neues zu sagen haben.“ hieß es seitens der Band.

„Ich habe angefangen über meinen 14-jährigen Sohn zu schreiben, der total introvertiert ist, doch irgendwann habe ich angefangen über mich selbst zu singen. Darüber, dass ich selbst wenn wir eine Show in einem Raum voller Menschen spielen, mich immer noch ängstlich und isoliert fühle.“ so der Sänger und Gitarrist Matt Pryor, der den ohnehin schon gelungenen Arrangements mit seiner Stimme das i-Tüpfelchen verpasst.

Die neuen Songs kommen aber keineswegs drückend daher, sondern liefern eher eine positiv gestimmte Melancholie, die wie eingangs erwähnt, auch gut eine Fahrt dem Sonnenuntergang entgegen, auf einem der endlosen Highways von Kansas vertonen könnte.

Heiko Mohr
(7 / 10 Pkt.)

Mehr: www.thegetupkids.com

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