12.04.2019

Don Felder

Don Felder

American Rock´n´Roll

BMG (2019, CD)

Eine große musikinteressierte Öffentlichkeit wird den Namen Don Felder in erster Linie mit der Band Eagles in Verbindung bringen, deren Mitglied der US-amerikanische Gitarrist, Sänger und Songschreiber bis Anfang der 2000er war. Aktuell präsentiert Felder sein Solo-Album „American Rock´n´Roll“ an dem sehr viele hochkarätige Musiker aus dem internationalen Classic-Rock-Umfeld mit Gastbeiträgen oder als Studio-Session-Musiker mitgewirkt haben.

Die elf Songs auf „American Rock´n´Roll“ bilden die künstlerische Portefolio von Don Felder gelungen ab. Von lockerem, bluesigen Rock über härteren, groovigen Rock bis hin zu Pop-oder Country-Rock-Balladen reicht –grob gesagt- die Bandbreite.

Hier bewegt sich der Musiker gekonnt und routiniert, bedient Classic-Rock-Fans, deren Hörgewohnheiten bei US-amerikanischer Musik im Zeitraum zwischen den späten Siebzigern bis Anfang der Neunziger liegen. Nicht mehr und nicht weniger.

Für die heutige Zeit ist das Album konsequent Retro und das in fast allen Belangen. Songwriting, Arrangements, Texte – Felder macht das, was er schon immer gemacht hat, nutzt anscheinend seine gesamte Komfortzone, ohne sich dort wirklich hinauszubewegen. Vielleicht mit einer Ausnahme, bei dem von einer akustischen Gitarre dominierten im Latin-Stil gehaltenen Song „Little Latin Lover“.

Darüber hinaus gibt es seit Jahrzehnten vertraute und solide abgelieferte All-American-Classic-Rock-Songs mit einigen zuweilen leicht ins Schnulzige spielende Balladen. Überhaupt nicht neu, nicht frisch inspiriert, sondern einfach so wie vor 20, 30, 40 Jahren. Wüsste man es nicht besser, hätte dieses Album auch 1989, 1990 oder 1991 genau so erscheinen können. Auch das Klangbild ist dort angelehnt, auch wenn bei „American Rock´n´Roll“ natürlich modernere Studiotechnik zum Einsatz kam.

Die Produktinformation zu diesem Album legt die Schwerpunkte in frühere Erfolge des Künstlers und in Namedropping im Hinblick auf musikalische Gäste wie unter anderem Slash, Mick Fleetwood, Sammy Hagar, Richie Sambora, David Paich, Steve Porcaro, Joe Satriani, Chad Smith oder Peter Framptom.

Das mag zunächst bei einigen für größere Aufmerksamkeit im Vorfeld sorgen, das Ergebnis ist handwerklich erwartungsgemäß von hoher Qualität, wirkliche Akzente oder Highlights erschließen sich durch das Mitwirken der prominenten Akteure aber nicht.

Don Felder gibt auf diesem Album keinerlei Hinweise auf eine Weiterentwicklung oder wirklich frische Inspirationen. „American Rock´n´Roll“ ist ein konservatives Rockalbum, das ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkt und sehr traditionell altbekannte musikalische Abläufe, Strukturen und Klangbilder weiter pflegt. Andreas Haug

Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr: www.donfelder.com