Das Duo Wezn erzeugte Sphären, in denen sich die Zuschauer genussvoll den Klängen von Schlagzeug und Tasten hingaben.

Pop ist grenzenlos

HMTMH feiert Semesterabschluss im MusikZentrum

15.07.2019, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Darüber, was Pop ist, lässt sich ausgiebig und leidenschaftlich streiten. Sowohl die akademische Forschung als auch die Politik oder andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens beißen sich an einer konkreten Definition die Zähne aus, denn Pop scheint durch seine Möglichkeiten schwer zu fassen zu sein. Fest steht aber, dass Pop vielfältig und grenzenlos ist und das sind auch seine Musiker. Ebendies konnte man am vergangenen Freitag im MusikZentrum erleben, als der Studiengang „Popular Music“ der Hochschule für Musik, Theater und Tanz (kurz: HMTMH) seinen Semesterabschluss durch ein mitreißendes Konzert feierte.

„Für mich bedeutet Pop im besten Fall, dass sich eine Generation mit Instrumenten zu bestimmten Themen äußern und ihren Gefühlszustand mitteilen kann“, rafft Peter Weihe das große Feld zusammen. An diesem Abend sitzt er zusammen mit Kollegen oben auf dem Balkon und beobachtet die jungen Musiker mit einem zufriedenen Lächeln. Dieses Mitteilen gelingt den insgesamt sechs Bands des Abend auf ganz persönliche und gleichzeitig treffende Art und Weise. Vom Singer-Songwriter, der in die Welt hinauszieht über klassischen Rock mit einer energiegeladenen Frontfrau bis hin zu deutschsprachigem Kraut Punk reicht das musikalische Spektrum, das die harte Arbeit und die unzähmbare Leidenschaft, die in diesem Semester investiert wurde, präsentiert.

„Solch ein Abend ist eine super Plattform, um das, was die Studierenden im Übekeller komponiert haben, nun nach außen zu tragen“, erklärt Ute Becker, die im „Popular Music“-Studiengang Gesang unterrichtet. Negative Erfahrungen könne man an einem solchen Abend aber nicht machen. „Ich denke eher, dass man aus jeder Erfahrung, die man hier macht – ob sie nun gut oder schlecht ist – etwas mitnehmen und lernen kann.“

Ähnlich sehen es auch die Studierenden, die an diesem Abend auf der Bühne stehen. "Das Studium an sich hat mich fachlich sehr weiter gebracht, aber das größte Plus ist aus meiner Sicht der Pool an unfassbar guten Musikern", fasst Peer Bothmer zusammen, "das ist das wertvollste, was man aus dem Studium ziehen kann und es entstehen Kontakte, die hoffentlich noch lange halten". Der Schlagzeuger, der an diesem Abend mit der Band Volara für tanzbaren Rock-Sound sorgt, schätzt es, dass an der Hochschule Musiker und Musikerinnen aus der ganzen Welt zusammenkommen.

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Neben den Erlebnissen der einzelnen Acts geht es aber auch um ein wichtiges Anliegen der Studierenden. „Dieser Abend steht unter dem Motto „Pop ist grenzenlos“ und hängt mit der Initiative Musicians without borders zusammen“, so Julia Fuchs alias Joules The Fox, die als Moderatorin durch den Abend führt. Die Dachorganisation, der die Eintrittsgewinne des Abends zugute kommen, setzt sich dafür ein, das Grenzen jeglicher Art durch Musik abgebaut und die Entwicklung von Künstlern gefördert wird.

Und so breit wie das Arbeitsfeld der Organisation ist, genauso breitgefächert entwickelt sich der Abend. Künstler wandeln durch das Publikum, das gespannt zuhört oder ekstatisch tanzt, Hip Hopper bringen die Hände zum Fliegen und die Dozenten zum Staunen. „Man erlebt viele Studierende ganz neu und das begeistert mich“, resümiert Ute Becker den Abend. Grenzenlose Leidenschaft, grenzenloser Wille und grenzenlose Freude an der Musik bestimmten den Abend und sorgten dafür, dass man Pop nach wie vor nicht genau definieren, aber sicherlich als grenzenlos beschreiben kann.