Wir sprachen mit Element-Of-Crime-Sänger Sven Regener (Zweiter von links) über die Musik und das Schreiben, über verpasste Momente im Leben und die eigene Weiterentwicklung.

Vom Glück verwöhnt

Wir sprachen mit Musiker und Autor Sven Regener

30.03.2019, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Charlotte Goltermann

Sven Regener hat zwei Seiten – zumindest beruflich, denn sowohl musikalisch als auch literarisch macht der gebürtige Bremer auf sich aufmerksam. Zusammen mit seinen Bandkollegen spielt er in Element Of Crime oder verfasste mit seinem Roman „Herr Lehmann“ ein mehrbändiges Werk. Zudem leiht er seine Stimme regelmäßig für Hörbuch-Produktionen und wurde mit Preisen wie dem Deutschen Musikautorenpreis oder dem Deutschen Hörbuchpreis geehrt. Wir sprachen mit Sven Regener über beide Seiten seines Schaffens und auch über das anstehende Element Of Crime-Konzert in Hannover am 16. Mai.

Rockszene.de: „Schafe, Monster und Mäuse“ ist Ihr bislang längstes Album – Braucht ein Album viel Raum; sprich Spielzeit, um sich voll zu entfalten oder kann das auch in kurzen, etwa rund 20-minütigen EPs passieren?

Sven Regener: 20 Minuten sind dann schon was anderes, das ist irgendwie nicht gehupft und nicht gesprungen. Es ist aber nicht so sehr die Spielzeit, eher die Anzahl von Songs. Zehn bis zwölf Songs sind ein Album, so haben wir es jedenfalls immer gehalten. Das ergibt irgendwie ein besonderes Format, so wie der abendfüllende Spielfilm ein besonderes Format ist, oder die Novelle oder die Fernsehserie. Und es ist ziemlich widerstandsfähig. Es gibt viele Künstler, und dazu gehören auch Element of Crime, für die das Album das zentrale Ding ist.

Schreibt man einen Song besser alleine oder zusammen mit anderen Menschen?

Der eine so, der andere so. Das gilt sowohl für die Songs wie auch für die Songschreiber. Wir entwickeln immer erst zusammen die Musik, bevor ich dann irgendwann einen Text zu der dann schon vollentwickelten Gesangsmelodie schreibe. Andere kommen mit fertigen Songs in ihre Band und schauen dann, was passiert. Wir sind eher kollektiv unterwegs, die Musik melden wir auch immer auf alle vier Leute an.

„Sie weigern sich, immer das Gleiche zu machen und sie weigern sich, sich neu zu erfinden“ heißt es in einer aktuellen Medieninformation -Wie entwickeln Sie sich also weiter?

Das tut man sowieso. Es käme mir widersinnig und auch etwas verkrampft vor, eine Weiterentwicklung erzwingen oder gar planen zu wollen. Wir alle haben uns immer weiterentwickelt, als Einzelpersonen, als Musiker, als Band. Alle Menschen tun das. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zupft!

Wie unterscheiden sich Ihre Arbeiten als Musiker und Autor voneinander?

Als Musiker bin ich Teil der Band. Das ist der wichtigste Unterschied. Als Romanschriftsteller bin ich ganz allein. Beides hat was für sich, aber es ist wirklich ein großer Unterschied.

Was sagen Sie Menschen, die Ihre Musik nicht mögen?

Gar nichts, es ist ja okay, etwas nicht zu mögen. Ich frage die Leute auch nie, deshalb weiß ich das in der Regel gar nicht. Und von sich aus sagen sie das natürlich auch nicht, jedenfalls nicht die guterzogenen Leute, die behalten das für sich. Das wäre ja auch nur ein unfreundlicher Akt, einem sowas ungefragt ins Gesicht zu sagen.

Gibt es Dinge, die Sie bereuen oder Momente, die Sie gerne nochmals erleben würden?

Ja, schon, aber mehr im privaten Bereich. Als Künstler fühle ich mich sehr privilegiert und vom Glück verwöhnt.

Am 16. Mai spielen Sie im Verlauf der bevorstehenden Tour mit Element Of Crime in Hannover. Wird es für langjährige Fans ein Konzert mit vertrauten Abläufen geben oder sind besondere Akzente geplant?  Können Sie ein bisschen was zu den Konzertvorbereitungen sagen?

Wir kommen zu sechst. Und es könnte die eine oder andere kleine Überraschung geben. Mehr sage ich nicht!