Das Trio Sangjaru ist nur einer der Acts des diesjährigen „Korea Spotlight“ des Reeperbahn Festivals.

Erneutes Korea Spotlight beim RBF

Reeperbahnfestival kündigt Livestreams an

12. September 2020, Von: Stephan Meßmann, Foto(s): Sangjaru, Jang Seok Hyun

Seit einigen Jahren ist die koreanische Musik auch in Europa angekommen. Popgruppen wie BTS, Blackpink oder Twice finden auch hierzulande immer mehr, vor allem junge, Fans. Doch nach und nach schaffen auch Indie-Bands aus dem Bereich des Rock, Folk, Hip-Hop etc. den Sprung zu uns. Meist sind diese aber noch eher Geheimtipps. Dennoch widmet sich das Reeperbahn Festival in diesem Jahr zum zweiten Mal der Musik aus dem Land der Morgenstille. Während des Festivals, vom 16. bis 19. September, sind unter dem Motto „Korea Spotlight“ insgesamt sechs Konzerte geplant, die man als Livestream sehen kann.

Bereits letztes Jahr hat das Reeperbahn Festival sich mit einem Spezial der Indie-Musik Koreas gewidmet. Die Auftritte der Bands wie Laybricks, Surl oder auch Say Sue Me scheinen so gut angekommen zu sein, dass es dieses Jahr erneut sechs Konzerte gibt. Der jetzigen Situation entsprechend, finden diese allerdings als Livestream statt. Mit den Konzerten kann man sich einen Eindruck von der koreanischen Musikszene abseits des Mainstreams machen.

Eine Show wird die Singer-Songwriterin Airy gestalten. Zunächst lernte die Musikerin, die in Seoul lebt, die traditionelle Trommel Janggu und war mit einer Percussion-Gruppe unterwegs. Schließlich fand sie dann aber zur ihrem jetzigen Hauptinstrument, der Gitarre. Sie verbindet psychedelische Effekte mit Elementen des Pop und Rock, sowie ihrer besonderen Stimme. Dies kommt anscheinend so gut an, dass sie sich letztes Jahr bei den „Korean Music Awards“ den Preis als „Rookie Of The Year“ sicherte.

In eine andere Richtung geht hingegen die Musik der Gruppe Balming Tiger. Sie lassen sich am ehesten dem Hip-Hop zuordnen, sind aber ansonsten schwer in eine Schublade zu stecken. Selbst bezeichnen sie sich als „Multi-nationale alternative K-Pop-Band“ und möchten mit ihrer experimentellen Musik die „jüngere Generation der Gesellschaft reflektieren“ und gleichzeitig die asiatische Kultur bekannter machen.

Wer hingegen ein Fan der Musik der 80er Jahre ist, sollte die Band Coremagazine nicht verpassen. Die vierköpfige Formation setzt klar auf den Sound des Synth-Pop sowie des New Wave und folgt damit einem Trend, den man zurzeit in der koreanischen Musikszene beobachten kann.

Ein weiterer musikalischer Gast beim „Korea Spotlight“ ist die Sängerin Lim Kim. Bekannt wurde sie in ihrem Heimatland durch die Castingshow „Superstar K“ bei der sie 2011, als damals 17-Jährige, mit ihrer Band Togeworl den dritten Platz belegte. Nach Gesangstraining und einigen Auftritten im koreanischen Fernsehen konnte sie einen Vertrag beim Label Mystic89 ergattern. Ihre Musik ist eine besondere Mischung aus R'n'B und experimentellem Hip-Hop, Deconstructed Club und koreanischer Folkmusik.

Die Band Sangjaru setzt ebenfalls auf koreanische Folkmusik, wenn aber in einem ganz anderem Zusammenhang. Sie benutzen traditionelle Instrumente wie die Zupfinstrumente Geomungo oder Ajaeng sowie die Perkussionsinstrumenten Buk, Janggu und Kwaenggwari und mischen sie mit Akustikgitarre und Bass. Dadurch kreieren sie eine wilde Mischung die einmal an Blues, einmal an schrägerem Klezmer oder an ostasiatische Theatermusik erinnert. Um das Gesamtbild komplett zu machen tritt das Trio immer in besonderer Kleidung auf, die ebenso wie ihre Musik auch eine Mischung aus östlichen und westlichen Elementen ist.

Wem diese Mischung zu abgefahren ist, der wird sich vielleicht eher an dem Trio OurR erfreuen. Der LGBTQ+ Act widmet sich voll und ganz dem Indie-Pop beziehungsweise Indie-Rock. Dabei legen sie insbesondere Wert auf eingängige Melodien.

Wer nun Gefallen an einem oder sogar mehreren Acts gefunden hat, dem sei der Livestream des „Korea Spotlight“ Specials ans Herz gelegt. Doch nicht nur die Konzerte des Specials werden über Livestream gesendet. Die meisten der Veranstaltungen des Reeperbahn Festivals kann man live über das Internet sehen. Da dürfte also für jeden Musikfan etwas dabei sein.

Mehr Informationen zu dem „Korea Spotlight“ Shows, den Künstlern und dem Reeperbahn Festival im allgemeinen gibt es über die Links in der Infobox.


Links:
www.koreaspotlight.live
www.reeperbahnfestival.com
www.facebook.com/airysore
www.balmingtiger.com
www.facebook.com/bandcoremagazine
www.limkim.net
www.facebook.com/ourrofficial
www.facebook.com/sangjaru

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