Ich Kann Fliegen spielt im Biergarten acht & siebzig.

Sitzen, schunkeln, singen

Ich Kann Fliegen spielt im Biergarten acht & siebzig

31. August 2020, Von: Lisa Eimermacher, Foto(s): Lisa Eimermacher

Heimspiel für Ich Kann Fliegen. 200 Zuschauer sind zur Show der hannoverschen Indie-Pop-Rock-Band in den Biergarten acht & siebzig gekommen, um ein stimmungsvolles Konzert unter freiem Himmel zu sehen. Bei der Open-Air-Show hat die vierköpfige Gruppe auch einige neue Songs aus ihrer aktuellen EP "Lange nichts mehr gehört" vorgestellt, die im Juni erschienen ist.

Mit kleinen Startschwierigkeiten eröffnet Ich Kann Fliegen ihre erste Show in diesem Jahr. Ein Wackelkontakt an der E-Gitarre verzögert den Beginn. Die vier Musiker und das Publikum nehmen es mit Humor und dann kann es auch schon losgehen mit dem ersten Song namens „Immer Weiter“. - Passend zur Situation. Dass das Publikum sitzend ihrem Konzert lauscht und nicht vor der Bühne steht und tanzt ist auch für die Band gewöhnungsbedürftig. „War schon mal jemand auf einem Sitzkonzert?“, fragt Sänger Niko Stege und schiebt gleich hinterher: „Ich auch nicht“.

Ihren Start hatte die Gruppe 2006, trat sechs Jahre später mit ihrem Song „Mich kann nur Liebe retten“ beim Bundesvision Song Contest für Niedersachsen an und holte den dritten Platz. Sie tourten unter anderem mit Silbermond, Sportfreunde Stiller, Jennifer Rostock und Nena. Trotz ihrer Erfolge sind sie die sympathischen Jungs von nebenan geblieben, ohne abzuheben – auch, wenn der Bandname ein anderes Bild vermittelt.

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So, jetzt habt ihr euch aber verausgabt“, scherzt Sänger Niko Stege nach dem dritten Song „Achtung Traumwelt“, welcher mit den gleichzeitig, verschiedenen Vocals an Taking Back Sunday erinnert. Stege gibt zu, dass es schwer sei, von der Bühne aus die Stimmung zu erkennen. Zu Anfang ist das Publikum noch etwas zurückhaltend, kommt aber im Laufe des Abends etwas mehr aus sich heraus. Kurze Zeit später lässt es sich nicht lange bitten und winkt zum nächsten Song im Takt. Das erinnert in dieser Kulisse ein wenig an den Fernsehgarten, meint Sänger Niko Stege.

Etwas rockiger als im Fernsehgarten geht es dann trotz einiger Balladen im Biergarten doch zu. Irgendwie so wie Revolverheld mit Pop-Punk-Einschlag à la Yellowcard (ohne Violine) und Mayday Parade („Uns gehört die Welt“). Sie singen eingängige Songs über die Liebe, schwierige Beziehungen und das Erwachsenwerden mit geschmackvollen Melodien und teils kitschigen, aber immer ehrlichen Texten, die von Herzen zu kommen scheinen.

Neue Songs im Gepäck

Aus dem letzten Album „Alles flimmert“, das bereits vor fünf Jahren erschienen ist, spielt die Gruppe fast in Gänze, darunter „Pinguin“, „The Feeling“, „Wir bleiben wer wir sind“, „Artist & Resignation“ und „Elefanten“. Im Juni hat Ich Kann Fliegen eine EP mit drei neuen Songs herausgebracht. „Wir arbeiten nach wie vor an einer neuen CD, aber es dauert etwas länger“, sagt der Sänger. Die drei neuen Lieder, die eventuell auf dem kommenden Album zu finden sein werden, präsentiert die Band auch an diesem Abend.

Als die Dunkelheit eingetreten ist, knipsen einige Zuschauer unaufgefordert ihre Handylichter an und schunkeln auf den Bänken, um für Stimmung zu sorgen. Bei „Abenteuer“ singt das Publikum mit und fordert am Ende noch eine Zugabe. Und so gibt die Band nochmal Gas und legt einige Songs nach, zu denen das Publikum – wenn auch etwas aus dem Takt – Fernsehgarten-tauglich mitklatscht.


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