Thees Uhlmann im ausverkauften Capitol in Hannover.

Applaus für den Kumpel von nebenan

Thees Uhlmann spielt im ausverkauften Capitol

17. Dezember 2019, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Lisa Eimermacher

Thees Uhlmann hat mit einem rund zweistündigen Konzert im ausverkauften Capitol begeistert. Der 45-Jährige berührte mit ruhigen Liedern und riss mit rockigen Songs mit. Großen Applaus gibt es für seinen Hannover-Song. Und ganz allgemein für die authentisch-ehrliche Art des Kumpels von nebenan.

Am Ende reckt Thees umhüllt von farbigem Scheinwerferlicht die Gitarre in die Höhe. In Anlehnung an einen seiner Songs könnte dies die Silhouette des letzten Rock'n Rollers der Welt sein. Und irgendwie ist Thees das ja auch, wenn er in seiner Jeansjacke auf der Bühne des Capitols Lieder davon singt, dass man eben irgendwie über die Runden kommen muss. Zumindest die Attitüde stimmt. Doch die richtig schweißtreibenden Rock-Songs gibt es hier heute nicht zu hören. Die Lieder schweben eher im Zwischenraum von Alternative-Pop und Rock.

Auch Songs vom Tomte

Thees spielt mit seiner sechsköpfigen Band Lieder aus allen drei Alben. Dazu singt er über die Liebe und den Alltag. Beim Song „Was wird aus Hannover“ kriegt er das Publikum natürlich. Direkt im Anschluss spielt er den ersten Tomte-Song des Abends: „Ich sang die ganze Zeit von dir“.  Das gibt noch einmal doppelten Applaus. Ein Musiker wie Thees, der seit Jahrzehnten auf der Bühne steht, hat natürlich zahlreiche Songs im Gepäck, deren emotionale Wirkung durch zahlreiche nostalgische Erinnerungen noch einmal verstärkt wird.

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„Ist hier jemand über 40 und hat Kinder?“ fragt der 45-jährige Musiker und hebt selbst den Arm. Viele tun es ihm gleich. Nicht wenige werden in jungen Jahren vermutlich schon die Tomte-Alben „Eine sonnige Nacht“ aus dem Jahr 2000 und den Klassiker „Hinter all diesen Fenstern“ von 2003 gehört haben. An diese Alben erinnert Thees mit den Songs „Korn & Sprite“ und „Schreit den Namen meiner Mutter“.

„Chaostage im Capitol“

Als es zwischendurch mal für mehrere Songs etwas ruhiger wird, entschuldigt Thees sich fast. „Einen leisen Song müssen wir jetzt noch spielen. Aber dann geht das hier so dermaßen ab, Chaostage 2019 im Capitol“, sagt der Sänger. Zunächst kommt dann das Titellied seines aktuellen Albums „Junkies und Scientologen“. Anschließend beginnen zwar nicht die Chaostage, aber der Song „Katy Grayson Perry“, der dann wieder ordentlich nach vorne prescht. 

Den Punk im Herzen

Dass Thees den Rock und vor allem auch den Punk im Herzen trägt, ist natürlich bekannt. Seine Liebe zu den Ramones betonte er schon mehrfach. Einem Besucher, der ein T-Shirt der Aufschrift „The Clash“ trägt, schenkt Thees eines seiner Bandshirts. „Wenn jemand mit dem Aufdruck einer Punkband zu einem meiner Konzerte kommt, geht mir einer ab“, sagt Thees augenzwinkernd. Auch die Toten Hosen zählen zu Thees` Helden. Nur mit seiner Akustikgitarre covert Thees deren Liebeslied. Und schon als er die ersten Zeilen singt, fallen viele mit ein und singen den gesamten Song mit. „Es war so schnell, wie alles begann, ein fliegender Stein als Kampfsignal...“

Für Thees war es das erste ausverkaufte Konzert im Capitol. „Ihr müsst das nächste Mal bitte alle wiederkommen“, sagt er. Und vermutlich werden wir das. Denn Thees ist eben immer noch authentisch. Er ist der Kumpel mit dem man nach dem Konzert ein Bier trinken geht und über Fußball quatscht. Und irgendwann, wenn die Zeit gekommen ist, zieht man mit ihm den Fluss hinauf. 


Links:
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