Anti-Flag kritisieren mit ihrem Song „Christian Nationalist“ die Politik in ihrem Heimatland.

Abrechnung mit der US-amerikanischen Politik

Anti-Flag veröffentlichen „Christian Nationalist“

09. Oktober 2019, Von: Redaktion, Foto(s): Alexandra Snow

Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 hat sich die US-amerikanische Punkband Anti-Flag immer mehr zu einem wichtigen politischen Sprachrohr in ihrem Heimatland und weltweit entwickelt. In ihren Songs sprechen sie Missstände in der Politik und der Gesellschaft an und setzen sich abseits der Bühnen als Botschafter für Nichtregierungsorganisationen, wie Amnesty International, Sea Sheppard, Hardcore Help Foundation und Kein Bock auf Nazis ein. Und auch ihr neuster Titel „Christian Nationalist“ übt vehemente Kritik an den Politikern ihres Heimatlandes.

Der Song „Christian Nationalist“ ist das erste neue Werk seit ihrem 2017er Album „American Fall“ und dem Live-Album „Live Vol. 2“ aus diesem Jahr. Das Lyric-Video startet mit dem Zitat „Make America Great Again“, das, anders als erwartet, nicht mit Donald Trump, sondern mit David Duke, dem ehemaligen Leiter des Ku Klux Klan verknüpft wird. Damit ziehen sie indirekt eine Verbindung zwischen dem amtierenden US-Präsidenten und rechten Kräften in ihrem Heimatland.

Zusätzlich prangern sie vor allem die Verbindung von US-Politikern mit der amerikanischen Waffenlobby NRA an. Sie geben ihnen damit mittelbar eine Mitschuld an den Amokläufen, die in der letzten Zeit in ihrem Heimatland stattfanden, wie zum Beispiel in Pittsburgh, bei dem elf Menschen starben.

In der offiziellen Pressmitteilung erklärt der Sänger von Anti-Flag die Intention hinter „Christian Nationalist“ noch genauer: „Die Geschichte ist voll von wohlhabenden und mächtigen Menschen, die Religion und Kultismus einsetzen, um Unterdrückungs- und Ungleichheitspolitik zu rechtfertigen. Diese Politik zielt ausnahmslos auf die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen ab, damit die Eliten ihre Dominanz behalten können. Heute sehen wir die gleiche Strategie, die von rechten Politikern auf der ganzen Welt angewendet wird.“

Gleichzeitig schicken sie einen Appell an die Zuhörer diese Art von Ideologie abzulehnen. „Die Theokratie ist gefährlich und inhärent antidemokratisch, weil sie die Wahlmöglichkeiten des Einzelnen einschränkt und einen Weg darstellt, auf dem Politiker eine moralische Überlegenheit gegenüber „dem Anderen“ beanspruchen können“, heißt es weiter. Mit diesen Aussagen und ihrem Song „Christian Nationalist“ werden die US-Amerikaner vor allem in ihrem Heimatland für viel Gesprächsstoff sorgen.

Momentan arbeiten Anti-Flag an ihrem elften Studioalbum, dem sie nach eigenen Angaben nur noch „den letzen Schliff“ verpassen müssen. Wann das Album genau auf den Markt kommt, soll bald bekannt gegeben werden.

Es ist aber davon auszugehen, dass sie zumindest einige neue Songs auf ihrer Tour durch Europa präsentieren werden. Diese startet im Januar 2020 in Lissabon und führt sie auch für fünf Konzerte nach Deutschland. Darunter ist auch ein Auftritt am 28. Januar in der Fabrik in Hamburg. Die Tickets sind bereits in Vorverkauf erhältlich.

Weitere Informationen zu Anti-Flag und ihrer Tour gibt es über die Links unten in der Infobox.


Links:
www.anti-flag.com
www.facebook.com/anti.flag.official

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